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06. September 2017
Das Sauna Einmaleins.

Finnen liegt das Saunieren in der DNA. Sie wissen von klein auf, wie man richtig sauniert und was in der Schwitzkammer erlaubt ist und was nicht. Das kann aber auch nur daran liegen, dass sie meist schon als Baby ihre ersten Saunagänge miterleben. Für alle, die nicht mit dem wöchentlichen Schwitzgang gross geworden sind, haben wir hier die Do’s und Dont’s für den korrekten Ablauf und das richtige Benehmen in der Sauna zusammengestellt…

Gesundheit | Ratgeber | Tipps

Do

  • Ein gelungener, gesunder Saunagang beginnt mit dem Ablegen der Kleider und der Reinigung des Körpers. Auch wenn Sie zu Hause schon geduscht haben, sollten Sie in der Saunaanlage nochmals duschen, Deo- oder Parfumrückstände abwaschen und sich vollständig abschminken. So sind Haut (und Haare) bereit für die Sauna.
     
  • Investieren Sie in ein richtiges Saunahandtuch! Ein gewöhnliches Handtuch tut es nicht, denn der ganze Körper muss Platz auf dem Handtuch haben — inklusive der Füsse. Auch Qualität lohnt sich, denn auf hochwertigen Tüchern kommt es nicht zu einem Wärme- oder Nässestau.
     
  • Trinken Sie vor und nach dem Saunabesuch reichlich, am besten ungesüsste Tees oder Mineralwasser (verzichten Sie jedoch auf Kaffee und Alkohol). Bei einem Saunagang verliert man in etwa 500 ml Flüssigkeit - und die gilt es aufzufüllen. Experten raten dazu, den Durst erst hinterher zu löschen, um so den Entschlackungsprozess zu fördern.
     
  • Gehen Sie auch unbesorgt mit Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Akne oder Schuppenflechte in die Sauna. Das Saunieren kann für Linderung der Symptome sorgen.
     
  • Lockern Sie Verspannungen in der Sauna. Die Abfolge von Hitze und dem anschliessenden Kaltbad entspannt die Muskulatur und fördert mit einer gesteigerten Durchblutung den Heilungsprozess.
     
  • Kühlen Sie sich zwischen den Saunagängen langsam ab und springen bloss nicht gleich ins kalte Wasser! Lieber zuerst frische Luft schnappen, die Lungen mit Sauerstoff fluten und dann, nach circa 2 Minuten, kalt duschen. Dabei den Wasserstrahl immer zum Herzen hinführen: zuerst die Füsse und Beine, dann die Unterarme, am Schluss Kopf und Nacken. Mutige tauchen dann kurz ins Kaltwasserbecken ein oder legen sich in den Schnee. Wer nach drausen geht, sollte aber nicht so stark abkühlen, dass er eine Gänsehaut bekommt. Besser ist es, mit ruhigen Schritten auf und abzugehen. Der gesamte Abkühlungsprozess kann gute 10 Minuten in Anspruch nehmen.
     
  • Erfrischen Sie sich gerne auch mehrmals: Wiederholte Kaltwasseranwendungen trainieren die Blutgefässe und erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Körpers.
     
  • Baden Sie Ihre Füsse nach der Abkühlung in warmem Wasser. Der Körper gleicht die Temperaturschwankungen so vollständig aus und ein wohliges Wärmegefühlt baut sich auf.
     
  • Massage und Sauna sind ein super Relax-Duo. Aber wählen Sie nur solche Massagen, die entspannen – der Kreislauf wird durch die Sauna schon genug strapaziert. Zwischen den einzelnen Saunagängen oder danach ist der ideale Zeitpunkt für eine Massage.
     
  • Auch Sport passt gut zur Sauna – allerdings nur in einer bestimmten Reihenfolge. Man sollte immer erst Sport treiben und dann in die Sauna gehen. Nach stark kreislaufbelastenden Sportarten sollte man mit dem Saunabaden so lange warten, bis sich der Pulsschlag wieder normalisiert hat.
     
  • Setzen Sie auf die magische Zahl Drei: So reichen drei Saunagänge völlig aus, um perfekt gereinigt und entspannt zu sein. Wichtiger als die Anzahl der Saunagänge ist die Regelmässigkeit der Saunanutzung. 

Don‘t

  • Gehen Sie nie erkältet oder mit akuten Infekten in die Sauna! Das ist extrem kreislaufbelastend und kann von Kopfschmerzen bis hin zu Herz-Kreislaufschwäche führen.
     
  • Steigen Sie nicht duschnass auf die Saunaliege, sondern trocknen Sie sich vor Betreten der Sauna gut ab: Denn trockene Haut schwitzt schneller.
     
  • Auch wenn es verlockend ist: Gehen Sie nicht mit kalten Füssen in die Sauna.  Ein warmes Fussbad vor dem ersten Saunagang fördert die Durchblutung und das gesunde Schwitzen.
     
  • Zeigen Sie keinen falschen Ehrgeiz und bleiben zu lange in der Kabine. Es sollten maximal 15 Minuten pro Durchgang sein. Und davon reichen pro Tag zwei bis drei aus.
     
  • Besuchen Sie mit ernsthaften Herz- und Kreislauferkrankungen die Sauna nicht — oder nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt. Auch bei Bluthochdruck, nässenden Hauterkrankungen oder einer Überfunktion der Schilddrüsen sollte man auf das Saunieren verzichten.
     
  • Ziehen Sie sich für die Sauna vollständig aus – so behindern Sie die Schweissbildung des Körpers nicht. Gar nicht gestattet ist aus gesundheitlichen und hygienischen Gründen das Tragen von Badebekleidung: Denn Bikini und Co. dünsten ungesunde Stoffe und Chlorreste aus.
     
  • Laufen Sie nicht mit Badeschuhen in die Sauna. Sogenannte Weichmacher könnten sich aus den Kunststoffsandalen verflüchtigen und zu unangenehmen Gerüchen führen.
     
  • Klettern Sie nicht gleich ganz nach oben: Saunaanfänger suchen sich idealerweise einen Kabinenplatz in mittlerer Höhe. Auf den oberen Bänken ist es am heissesten — sie sind also nur für Fortgeschrittene geeignet. Legen Sie sich nach Möglichkeit auf den Rücken, so dass sich der gesamte Körper im gleichen Temperaturbereich befindet. Bevor Sie die Sauna verlassen, richten Sie sich aber einen Moment lang wieder auf und bleiben eine Minute in der Sitzhaltung, um den Blutkreislauf wieder anzupassen.
     
  • Schlafen Sie nicht in der Pause zwischen den Saunagängen, denn so ein Nickerchen fährt den Kreislauf zu sehr runter. Ermöglichen Sie Ihrem Blutdruck lieber wieder normale Werte zu erreichen. Die optimale Ruhedauer liegt zwischen 15 und 20 Minuten.
     
  • Mit vollem Magen sauniert es sich nicht gut - mit leerem aber auch nicht! Stattdessen sollte man zuvor eine leichte, gut verdauliche Mahlzeit zu sich genommen haben.
     
  • Tragen Sie vor dem Saunagang keine Cremes, Peelings oder Masken auf Haut und Haare auf. Die intensiven Bedingungen könnten den Säureschutzmantel stören, zu Hautirritationen oder sogar Allergien führen. Eine Ausnahme bilden speziell für den Saunagang entwickelte Produkte wie zum Beispiel der Saunahonig oder Saunapeelings. 
     
  • Schwatzen Sie nicht, flirten Sie nicht und beobachten Sie auch nicht andere Saunabesucher. Was so ungesellig klingt, schützt die Privatsphäre und erhöht den individuellen Entspannungseffekt. Eine finnische Regel besagt dazu: In der Sauna sollte man sich verhalten wie in der Kirche.