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07. November 2017

Das Badezimmer ist längst mehr als nur Nasszelle: Es ist Rückzugspunkt, Wellness-Refugium und Wohlfühlort. Zumindest wenn man es auch entsprechend einrichtet. Denn es braucht mehr als Waschtisch, Badewanne und Co. um einen atmosphärischen Raum zu schaffen. Innenarchitektin und Wohlfühlprofi Nicole Gottschall verrät 10 Interior-Tipps, mit denen ein persönliches Wohlfühlbad entsteht… 

Ratgeber | Tipps | Design

Licht für alle Entspannungslagen

Die Beleuchtung eines Raumes ist entscheidend für das Wohlgefühl. Gerade im Badezimmer wird dieses Thema allerdings oft vernachlässigt. Dabei sollte man hier besonders auf das Zusammenspiel verschiedener Lichtquellen achten. Für das Deckenlicht sind Spots ideal, aber sie sollten nicht flutend sondern richtbar sein. Eine gute Grundbeleuchtung erreicht man auch über Leuchten mit Stoffschirmen (keine Sorge, das feuchte Klima macht ihnen nichts aus!). Ergänzend dazu braucht man eine Lichtquelle direkt über dem Spiegel. Indirektes Licht eignet sich am besten, denn es darf kein Schattenwurf im Gesicht entstehen. Ideal ist ein Schminkspiegel mit Beleuchtung – diese gibt es sogar mit Batteriebetrieb. Für Entspannungsmomente dürfen in einem Bad Kerzen nicht fehlen. Sie machen sich besonders schön in großen Windlichtern. Fehlt der Stellplatz, dann kann man gut Laternen über der Badewanne aufhängen. LED-Kerzen sind bedienfreundlich, spenden aber sanftes Licht und sind äusserst dekorativ. 

Ordnung als Basis

Entspannung beginnt auch mit einer aufgeräumten Umgebung.  Deshalb sind im Badezimmer Möbel mit viel Stauraum und genügend Ablageflächen wichtig. Herumstehende Gebrauchsartikel sollten thematisch gruppiert und größtenteils in Boxen oder Körben verstaut werden. Auch ein Gestell mit Tablaren spendet zusätzliche Ablagefläche. Handtuchleitern sind ein Musthave um das Badezimmer sofort wohnlich aufzuwerten. Es gibt sie sehr dekoartiv aus Holz oder als steckerfertiger Radiator mit Wärmefunktion. 

Eintauchen in Farbe

Farbe erlebt im Wohnen gerade ein großes Comeback — so auch im Bad. Um den Raum optisch grösser wirken zu lassen, sollte man Boden und Wände in gleicher Farbe halten. Immer öfter wird übrigens auch die Decke mitgestrichen. Visuelle Lebendigkeit erreicht man dann durch das Spiel mit unterschiedlichen Fliesen, Grössen oder Materialien. Es gibt sogar Tapeten, die sich für Feuchträume eignen. Kontraste aus Hell (Raumstruktur) und Dunkel (Holz, Textilien) sorgen für Spannung. Für ein intimes und gemütliches Bad, sollte man eher dunkle Farbnuancen wählen. 

Platz nehmen

Ein Stuhl, Hocker oder Sessel symbolisiert immer: „Lassen Sie sich nieder…“. Wo es der Platz erlaubt, sollte man diese Einladung auch im Bad aussprechen. Hier kann eine Sitzgelegenheit ausserdem als zusätzliche Ablage oder “Tabletttisch“ neben der Badewanne dienen. Rustikale Holzhocker sind optisch gesehen ein guter Kontrast zu den glatten Keramikflächen des Bades. Relaxliegen im Wellnessbereich sollten keinesfalls wie zweitverwertete Sonnenliegen aus dem Outdoorbereich aussehen – sondern wohnlich wirken.  

Klangteppich legen

Heavy Metal, Pop oder Naturgeräusche - Musik ist ein beliebtes Mittel um aufzudrehen, runterzukommen oder auf Gedankenreise zu gehen. So gesehen gehört sie unbedingt ins Bad! In die Wände oder Möbel eingebaute Akustiksysteme sind natürlich ideal, aber kleine, kompakte, mitunter sogar kabellose Geräte (zum Beispiel von Sonos oder Bose) eignen sich genauso. Sie haben genug Power, um einen Klangteppich zu schaffen, der einen gut in den Tag hinein oder aus dem Alltag herauskommen lässt. 

Wände schmücken

Während kahle Wände in Wohnzimmern kaum noch zu finden sind, herrscht im Badezimmer noch oft gähnende Leere. Dabei kann man auch ein Badezimmer sehr gut mit Bildern, Fotos oder Kunstwerken oder auch geschnitzten Wandpaneelen schmücken (vor allem Gästebäder!). Hinter verglasten Rahmen ist alles gut geschützt gegen warmen Wasserdampf und Spritzwasser. Und der Wohnlichkeit wird der Wandschmuck sofort guttun. Wer beflieste Wände nicht verbohren möchte, findet in Klebehaken übrigens eine gute Lösung. 

Entspannung wachsen lassen

Zimmerpflanzen sind wieder sehr angesagt. Und sie bewohnen nicht selten Badezimmer. Denn hier zaubern sie aus einem sterilen Raum, einen belebten Wohlfühlort. Grün und blühend wie die Natur — das tut eben schon auf den ersten Blick gut. Aeropflanzen (oder auch “Luftwurzler“ genannt) sind besonders geeignet für kleine Bäder, Sukkulenten fühlen sich in dem warmfeuchten Klima eines Badezimmers auch sehr wohl und sogar künstliche Pflanzen sind wieder erlaubt. Mit künstlichem Hirschgeweihfarn in Kombination mit Ästen (zum Beispiel Ghostwood) entsteht ein toller Hingucker. 

Düfte schaffen Wohlbefinden

Erlebnisse und Erinnerungen lassen sich mit Düften subtil abspeichern — und auch wieder hervorrufen. Ein Duft, den Sie geniessen und der sie in eine entspannte Stimmung bringt, ist essentiell für ein gutes Raumklima. Auch ein Aufguss in der Sauna mit ätherischen Ölen sorgt für Atmosphäre. Duftkerzen setzen Akzente, Raumdüfte solche Stäbchen, Diffusoren oder Aromaölen geben ihren Duft langfristiger und gleichmässiger ab. 

Textile Verführer

Handtücher, Badvorleger oder Teppiche sind ein wichtiger Teil einer Wellnesszone, denn sie bringen den haptischen Kuschelfaktor hinein. Deshalb lohnt es sich auf Qualität zu setzen. Optisch macht es sich hübsch, wenn man Handtücher gruppiert präsentiert (als Stapel oder zusammengerollt in einem Korb). Farblich sollten die Textilien ans Ambiente angepasst sein. Wenn es knallig sein soll, dann muss die Farbe im Raum wieder zu finden sein, zum Beispiel in den Accessoires, Bildern oder der Wandfarbe. Passé sind farbige Duschvorhänge. Saugstarke und farbenfrohe Fouta-Tücher sind dafür die idealen Begleiter für genussvolle Wellnessmomente. 

Attraktive Helfer

Vieles im Bad hat einen ganz praktischen Hintergrund: Mülleimer, Seifenschalen oder Zahnbürstenbecher müssen deshalb aber noch lange nicht rein funktional aussehen. Sie können auch das Nützliche mit dem Schönen verbinden: In mattes Gold oder angesagtes Kupfer gekleidet machen Bad-Accessoires beispielweise gleich viel mehr her. Material- und Farbtrends lassen sich in ihnen leicht aufgreifen und man bringt gleichzeitig eine persönliche Note ins Bad. 

Über
Nicole Gottschall



Nicole Gottschall lebt Ihren Beruf als Berufung und gründete 1993 die Go Interiors GmbH mit Sitz in Zürich. Der Devise «creating emotions / felling@home» folgend, setzt sie sich täglich für schöneres Wohnen ein. Das Tätigkeitsfeld ihres Unternehmens ist fokussiert auf schönes Interior Design und erstreckt sich von Beratung und Konzept über die Planung und Ausführung bis zum Dekor aus einer Hand. Der angegliederte Onlineshop «Shop the Style» mit erlesenen Einzelstücken und limitierten Editionen rundet das Angebot ab. Zum Kundenkreis gehören Privat- und Objektkunden (Hotels, Restaurants, Geschäftsräume).